Leben mit dem Wolf Teil 1
Wenn Sie aus Niedersachsen, Brandenburg oder Sachsen kommen, dann haben Sie vielleicht schon Kontakt zum Wolf gehabt. Das sind zumindest die mit dem Wolf am dicht besiedeltsten Bundesländer.
Von den großen Natur- und Tierschutzorganisationen wird der Wolf als eine Art heilige Galeonsfigur vor der Renaturierungs-Prozession hergetragen. Je mehr Wölfe, desto besser. Auch die Anzahl der Grauhunde wird nie in absoluten Zahlen geschätzt. Es ist immer nur von Rudeln, Paaren und Einzeltieren die Rede, denn bei absoluten Zahlen von 1500 oder 2000 Wölfen würde vielleicht manch pilzesuchender Städter zusammenzucken und beim Blick auf die Nabu-Spendenbüchse nicht mehr so tief in die Tasche greifen.
Der Förster und Jäger Ralf Abbas betreut einen der größten Privatwälder in Niedersachsen und hat den Wolf schon viele Jahre vor der Haustür. Am Anfang hat er sich darüber gefreut, dass der Wald nahezu von allein wächst. Nachdem das Muffelwild nicht mehr vorkommt, ist auch der Damwildbestand nahezu bei 0 angekommen. Die Frage ist jetzt, ob sich die geschätzten 30 Wölfe mehr über Reh-, Rot- und Schwarzwild hermachen.
Baujagd mit Kaminkehrer
Hat man im Revier ausreichend Kunstbaue, kann man eine solche Jagd „mal eben“ und ohne großes Werkzeug ansetzen. Jäger Malte ist mit seinen Freunden und Berufsjägern Marcus Steiner und Florian Rahe unterwegs. Die Drei machen diese Runde regelmäßig. Wenn statt Fuchs dann mal Dachs oder Waschbär auf dem Bau ist, bringt sie das nicht aus der Ruhe. Für spezielle Situationen haben sie spezielles Werkzeug. Man könnte auch sagen, erst kommt der Kaminkehrer, dann der Gärtner.
Der Formenbauer
Vielleicht haben sie eine besondere Trophäe auch besonders präparieren lassen und eine Kopf-Schulter-Montage oder sogar ein Vollpräparat ziert ihr Jagdzimmer. Diese Präparate haben in den letzten Jahrzehnten eine unglaubliche Detailtreue erhalten. Sie scheinen förmlich zu atmen. Zu verdanken haben sie das ihrem Innenleben. Während früher der sogenannte Kern noch mit Stroh und Ton modelliert wurde, werden heute ausnahmslos sogenannte PU- also Polyurethan-Formen verwendet. Die bilden den Kern samt Adern und Hautfalten perfekt nach. Und die Formen für alle Präparatoren, europaweit, kommen alle aus der Werkstatt von Wolfgang Hauser am Bodensee. DJZ-TV war exklusiv eingeladen, sich den Produktionsprozess anzuschauen.
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